Abo abschließen:
großer Button, drei Klicks, fertig.
Abo kündigen:
Konto → Einstellungen → Vertrag → Vertragsdetails → ganz unten.
Wenn zwei entgegengesetzte Entscheidungen absichtlich völlig unterschiedlich leicht aussehen, merkt man das ziemlich schnell.
Ich habe schon mehr als einmal eine App gelöscht und mich einen Monat später gefragt, warum dafür noch Geld abgeht.
Die App ist weg.
Das Abo weiß davon leider nichts.
Eigentlich logisch. Im Moment des Löschens fühlt es sich trotzdem kurz wie dieselbe Entscheidung an.
„Kündigen“ und „widerrufen“ klingen im Alltag fast wie dieselbe Entscheidung, sind rechtlich aber unterschiedliche Dinge. Ein Widerruf kann einen dafür geeigneten Vertrag innerhalb der Widerrufsfrist rückabwickeln; eine Kündigung beendet ein laufendes Vertragsverhältnis grundsätzlich nach den dafür geltenden Bedingungen. Der richtige Button hängt also auch davon ab, was man eigentlich erreichen möchte.
Nicht nur App löschen und Abo kündigen sind verschiedene Dinge. Auch „Account löschen“ sollte man nicht automatisch mit „alle kostenpflichtigen Verträge sind beendet“ gleichsetzen. Bei Geld ist eine ausdrücklich bestätigte Kündigung deutlich beruhigender als eine verschwundene Profilseite.
Manchmal beginnt die Kündigung mit einer anderen Frage:
Wo wurde dieses Abo eigentlich abgeschlossen?
Direkt beim Anbieter, über Apple, über Google oder irgendwo in einem alten Kundenkonto?
Bevor man kündigt, betreibt man erst Vertragsarchäologie.
Eine Kündigungsbestätigung ist eines dieser langweiligen Dokumente, die man genau dann braucht, wenn man sie zu früh gelöscht hat. Bis die letzte Abbuchung durch und der Vertrag wirklich beendet ist, darf die Mail ruhig noch ein bisschen im Archiv wohnen.
Kündigen.
„Wirklich?“
Ja.
„Vielleicht pausieren?“
Nein.
„Sonderangebot?“
Nein.
Ich wollte einen Vertrag beenden, keinen Exit-Interview-Workshop.
Bei einer Kündigungsbestätigung interessiert mich vor allem ein Satz: Bis wann läuft der Vertrag noch? „Kündigung erhalten“ ist gut. „Vertrag endet am 31. Oktober“ ist deutlich besser, weil ich danach nicht selbst aus Laufzeit und Frist ein kleines Datumsrätsel bauen muss.
Nach einer Online-Kündigung möchte man eigentlich nur eine eindeutige Information:
gekündigt, Enddatum, Bestätigung.
„Ihre Anfrage wurde empfangen“ klingt ähnlich, beantwortet aber eine erstaunlich andere Frage.
Abo online abgeschlossen.
Kündigen wollen.
Passwort vergessen.
Zumindest beim vorgesehenen Kündigungsbutton sollte daraus nicht erst ein Account-Recovery-Projekt werden. Ein Vertrag ist schließlich mehr als die Fähigkeit, sich noch an das Passwort von 2023 zu erinnern.
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